Externe Schweißaufsicht nach ISO 14731 — Aufgaben, Pflicht und Kosten
Wann ein Betrieb eine externe Schweißaufsichtsperson braucht, was sie übernimmt und wovon ihr Honorar abhängt. Und für die andere Seite des Vertrags: wie du als externe SAP fünf Betriebe, fünf WPS-Register und fünf Audit-Termine sauber getrennt hältst.
Demo anfragen — für externe SchweißaufsichtExterne Schweißaufsicht in drei Sätzen
Eine externe Schweißaufsicht ist Schweißaufsichtspersonal nach EN ISO 14731, das der Hersteller nicht anstellt, sondern beauftragt.
Gebraucht wird sie, sobald überhaupt Schweißaufsicht gefordert ist: EN 1090-2:2018 verlangt ab Ausführungsklasse EXC2, dass die Schweißaufsicht während der Fertigung durch entsprechend qualifiziertes Schweißaufsichtspersonal nach EN ISO 14731 aufrechterhalten wird (Abschnitt 7.4.3) — für EXC1 genügt eine ausreichende Überwachung nach EN ISO 3834-4.
Die Fremdvergabe ist ausdrücklich zulässig: Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind dann festzulegen und zu dokumentieren, die Einhaltung der Norm bleibt aber Sache des Herstellers (ISO 14731:2019, Abschnitt 4.2).
Was SchweißAufsicht für externe Auftragnehmer löst
Multi-Mandanten-Verwaltung
Alle Betriebe in einer App. Saubere Datentrennung — kein Mandant sieht die Daten des anderen.
Mandanten-Übersicht auf einen Blick
Welcher Betrieb hat bald eine Schweißer-Qualifikation ablaufen? Wo steht der nächste Audit?
Mobiler Zugriff für alle Mandanten
Beim Kunden vor Ort sofort zugreifen — WPS, Schweißer-Profile, NCRs direkt auf dem Tablet.
DSGVO-konforme Datentrennung
Technische Mandantentrennung nach DSGVO-Anforderungen. Kein Datenmischmasch zwischen Betrieben.
FAQ für externe Schweißaufsicht
Kann ich als externe Schweißaufsicht mehrere Betriebe verwalten?+
Ja — die Mandanten-Verwaltung mit sauberer Datentrennung pro Mandant ist in allen Tarifen enthalten: Starter führt bis zu 2 Mandanten, Professional bis zu 10, Enterprise unbegrenzt viele.
Sind die Daten der einzelnen Mandanten voneinander getrennt?+
Ja, die Datentrennung ist technisch sichergestellt. Kein Mandant kann auf Daten eines anderen zugreifen.
Wie funktioniert die Abrechnung für Beratungsbüros?+
Jeder Tarif kostet einen festen Monatspreis (zzgl. USt.), monatlich kündbar. Für Beratungsbüros entscheidet die Zahl der betreuten Mandanten: bis 2 im Starter, bis 10 im Professional, unbegrenzt im Enterprise. Details auf der Preisseite.
Kann ich SchweißAufsicht meinen Kunden empfehlen?+
Ja, du kannst Kunden eine eigene Lizenz empfehlen oder als externe Schweißaufsicht den Mandanten-Zugang nutzen.
Wann muss ein Betrieb eine externe Schweißaufsicht beauftragen?+
Wenn ein schweißtechnischer Betrieb keine eigene qualifizierte Schweißaufsichtsperson (IWE/IWT/IWS) stellt, die nach EN 1090 bzw. ISO 14731 geforderten Aufgaben aber abgedeckt sein müssen — oder zur Vertretung bei Urlaub und Krankheit.
Was kostet eine externe Schweißaufsicht?+
Eine pauschale Zahl gibt es nicht: Das Honorar ist eine freie Vereinbarung. Den Aufwand bestimmen fünf Größen — Umfang der übertragenen Aufgaben nach Anhang B der ISO 14731:2019, gefordertes Wissensniveau nach den Tabellen 14 und 15 der EN 1090-2:2018, Präsenz im Betrieb, Zahl der Hersteller und Standorte sowie der Zustand der Dokumentation beim Start.
Was ist eine externe Schweißaufsicht — und wann braucht ein Betrieb sie?
Eine externe Schweißaufsichtsperson (SAP) ist eine qualifizierte Fachkraft — in der Praxis mit IWE-, IWT- oder IWS-Nachweis —, die die Aufgaben der Schweißaufsicht nach ISO 14731 auf vertraglicher Basis übernimmt, ohne beim Betrieb angestellt zu sein. Ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind dieselben wie die einer internen Schweißaufsicht: Überwachung der Schweißprozesse, Freigabe von Schweißanweisungen (WPS), Kontrolle der Schweißerqualifikationen und Sicherstellung der normativen Anforderungen nach EN 1090 bzw. ISO 3834.
Typische Anlässe, bei denen ein Betrieb eine externe Schweißaufsicht beauftragt:
- EN 1090-Pflicht ohne eigene SAP: Ein Betrieb benötigt für die CE-Kennzeichnung von Stahlbaukonstruktionen eine qualifizierte Schweißaufsicht — hat aber intern niemanden mit dem erforderlichen Qualifikationsniveau (IWE/IWT/IWS).
- Urlaubs- und Krankheitsvertretung: Fällt die interne Schweißaufsicht aus, muss eine externe SAP die Kontinuität der Überwachung sicherstellen — damit laufende Aufträge nicht ins Stocken geraten.
- Übergangsphase bei Zertifizierung: Beim Aufbau einer neuen schweißtechnischen Fertigung oder während der Erstqualifizierung interner Mitarbeitender übernimmt die externe SAP die Verantwortung bis zur Übergabe.
Übertragen werden die Aufgaben, nicht die Gesamtverantwortung: ISO 14731:2019 hält in Abschnitt 4.2 fest, dass die Schweißaufsicht in der alleinigen Verantwortung des Herstellers liegt, und ergänzt für den Fall der Vergabe an Dritte ausdrücklich, dass Aufgaben und Verantwortlichkeiten festzulegen und zu dokumentieren sind — die Einhaltung der Norm aber beim Hersteller verbleibt. Für den Betrieb heißt das: Die externe SAP führt die übertragenen Aufgaben aus, aus der Pflicht kommt der Betrieb dadurch nicht. Entscheidend ist deshalb, dass die Übertragung schriftlich dokumentiert ist und Umfang, Befugnisse sowie Berichtspflichten klar geregelt sind.
Interne oder externe Schweißaufsicht — woran die Entscheidung hängt
Wer vor dieser Frage steht, vergleicht meist Honorar gegen Gehalt. Das greift zu kurz: Die Norm knüpft die Entscheidung nicht an Kosten, sondern an die Frage, ob die übertragenen Aufgaben tatsächlich erfüllt werden können. ISO 14731:2019 verlangt in Abschnitt 4.2, mindestens eine Person für die Schweißaufsicht zu benennen, und bemisst das erforderliche Kompetenzniveau nach Art und Komplexität der Fertigung. Diese sechs Achsen entscheiden in der Praxis:
| Achse | Interne Schweißaufsicht | Externe Schweißaufsicht |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit in der Schicht | Vor Ort, kurzfristig ansprechbar — auch bei Rückfragen mitten in der Fertigung. | Nach vereinbarten Terminen. Je mehr Schichten und Nahtaufkommen, desto mehr Präsenztage sind nötig. |
| Vertretung bei Ausfall | Muss selbst geregelt werden — bei nur einer benannten Person fehlt die Aufsicht bei Urlaub und Krankheit. | Vertretung ist Teil des Mandats, wenn sie vertraglich vereinbart wurde. Sonst besteht dieselbe Lücke. |
| Kompetenzniveau | Aufbau über Ausbildung und Praxis — mit Vorlaufzeit von Monaten bis Jahren. | Sofort verfügbar in der benötigten Stufe, auch für einzelne anspruchsvolle Aufträge. |
| Wer die Dokumentation führt | Bleibt im Haus; Zugriff und Historie sind gesichert. | Muss ausdrücklich geregelt werden: Wo liegen die Nachweise, wer pflegt sie, wem gehören sie beim Mandatsende? |
| Nachweis der Tätigkeit | Ergibt sich aus der laufenden Anwesenheit im Betrieb. | ISO 14731 nennt für die Vergabe an Dritte ausdrücklich Besuchsregelungen und Berichte über alle Besuche samt Zweck und Tätigkeiten. |
| Bindung an den Betrieb | Die Benennung gilt für diesen Hersteller. | Ebenso: Die Benennung ist nach Abschnitt 5.1 nicht auf andere Hersteller übertragbar — jedes Mandat braucht eine eigene. |
Zwei Punkte werden dabei am häufigsten übersehen. Erstens die Vertretungsfrage: Ein Mandat, das nur eine Person kennt, hat dieselbe Lücke wie eine interne Einzelbesetzung — sie fällt nur später auf. Zweitens die Dokumentation. Wenn die externe SAP ihre Nachweise in eigenen Dateien führt, steht der Betrieb beim Wechsel vor einem Datenbestand, der ihm nicht gehört und den er nicht lesen kann. Wer die Übertragung schriftlich regelt, klärt beides vorab: Präsenz und Vertretung im Vertrag, Ablage und Eigentum der Nachweise in der Bestellungsurkunde.
Genau an dieser Stelle setzt SchweißAufsicht an: Mandanten werden getrennt geführt, die Nachweise liegen beim jeweiligen Betrieb, und Besuche lassen sich mit Zweck und Tätigkeiten protokollieren — so, wie die Norm es für die Vergabe an Dritte beschreibt. Eine Vorlage für die schriftliche Übertragung gibt es in der Muster-Bestellungsurkunde für die Schweißaufsicht.
Was kostet eine externe Schweißaufsicht?
Einen Listenpreis für externe Schweißaufsicht nennen wir hier nicht. Das Honorar ist eine freie Vereinbarung zwischen Betrieb und Schweißaufsichtsperson; wir vermitteln keine Schweißaufsicht und kennen die Sätze Ihres Marktes nicht. Was sich beschreiben lässt, ist, wovon der Aufwand abhängt.
Fünf Größen, die den Aufwand bestimmen
- ◆Umfang der übertragenen Aufgaben. Anhang B der ISO 14731:2019 führt 20 Aufgabenbereiche — von der Anforderungsprüfung über die Prüfung vor, während und nach dem Schweißen und die Qualitätsaufzeichnungen bis zu Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz. Der Hersteller wählt daraus aus (Abschnitt 4.1); je mehr Bereiche übertragen werden, desto größer der Auftrag.
- ◆Gefordertes Wissensniveau. EN 1090-2:2018 stuft das technische Wissen des Schweißaufsichtspersonals in den Tabellen 14 (Baustähle) und 15 (nichtrostende Stähle) nach Ausführungsklasse, Stahlsorte und Erzeugnisdicke ab (Abschnitt 7.4.3). Ein Betrieb, der dickwandig und in höheren Stahlsorten fertigt, braucht ein höheres Niveau als eine Schlosserei mit S235 in kleinen Dicken.
- ◆Präsenz im Betrieb. Die ISO 14731:2019 nennt als Beispiele für die Fremdvergabe ausdrücklich eine Regelung zu Besuchen im Betrieb und Berichte über jeden Besuch (Abschnitt 4.2, Anmerkung). Wie oft jemand tatsächlich vor Ort ist, ist der größte einzelne Kostenhebel.
- ◆Zahl der Hersteller und Standorte. Die Benennung gilt nur für den benennenden Hersteller und ist nicht auf andere übertragbar (Abschnitt 5.1). Wer mehrere Gesellschaften oder Werke betreibt, beauftragt mehrfach.
- ◆Zustand der Dokumentation beim Start. Ein Betrieb mit gepflegtem WPS-/WPQR-Register und aktuellen Schweißerqualifikationen kostet in den ersten Monaten deutlich weniger Stunden als einer, bei dem die Nachweise erst zusammengesucht werden.
Üblich sind Stunden- oder Tagessätze für die Vor-Ort-Termine, häufig kombiniert mit einer monatlichen Pauschale für die laufende Betreuung zwischen den Terminen. Wer vergleichen will, sollte Angebote deshalb nicht über den Satz vergleichen, sondern über den enthaltenen Leistungsumfang — vor allem über die Zahl der Vor-Ort-Tage und die Frage, wer die Dokumentation pflegt.
Was auch bei externer Beauftragung im Betrieb bleibt
Die Schweißaufsicht liegt allein in der Verantwortung des Herstellers (ISO 14731:2019, Abschnitt 4.2). Er benennt die Person, er legt Aufgaben, Verantwortung und Umfang der Befugnis schriftlich fest (Abschnitt 5.1 und 5.3) — und wenn er die Schweißaufsicht fremdvergibt, muss er Aufgaben und Verantwortlichkeiten definieren und dokumentieren; die Einhaltung der Norm bleibt seine Sache (Abschnitt 4.2). Ein Vertrag ändert daran nichts.
Und was kostet die Software?
Das ist die andere Position und nicht dieselbe: SchweißAufsicht beginnt bei 49 €/Monat (Starter), Professional bei 149 €/Monat und Enterprise bei 399 €/Monat, jeweils zzgl. USt., mit unbegrenzten Nutzern und monatlich kündbar — die aktuellen Konditionen stehen auf der Preisseite. Die Software ersetzt weder die Schweißaufsichtsperson noch ihre Benennung; sie führt die Nachweise, die diese Person ohnehin erbringen muss. Sie ist auch kein ERP- oder SAP-Ersatz: Aufträge, Kalkulation und Warenwirtschaft bleiben, wo sie sind.