Schweißfachmann werden: Voraussetzungen, Dauer, Kosten und Prüfung
Ein Wegweiser für angehende Schweißfachleute und ihre Betriebe: wer zum Lehrgang zugelassen ist, wie die Teile 0 bis 3 aufgebaut sind, was Anbieter dafür veröffentlichen – und welche Rolle der Abschluss in der Schweißaufsicht nach ISO 14731 spielt. Jede Zahl mit Quelle.
Was der Wegweiser enthält
- ✓Rolle des Schweißfachmanns in der Schweißaufsicht nach ISO 14731 und Abgrenzung zu Schweißtechniker und Schweißfachingenieur
- ✓Zugangswege und Voraussetzungen je Einstiegsstufe – mit Mindestalter und Quelle
- ✓Teile 0 bis 3 mit Unterrichtseinheiten (305 UE ab Teil 0 laut SLV München) und Prüfungsablauf
- ✓Kosten aus 2 Anbieterunterlagen mit Link und Abrufdatum, Hinweise zur Förderung
- ✓20 eigene Übungsfragen mit Lösungen und eine Checkliste von der Anmeldung bis zur Bestellung

Schweißfachmann-Wegweiser: Voraussetzungen, Dauer, Kosten und Prüfung
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Schweißfachmann und Schweißaufsicht – was die Normen sagen
Der Schweißfachmann (SFM, international International Welding Specialist, IWS) wird nach der Richtlinie DVS-IIW 1170 ausgebildet und vor dem DVS-PersZert-Prüfungsausschuss geprüft. Am Ende stehen zwei Zeugnisse: das „Schweißfachmann“-Zeugnis des DVS und das „International Welding Specialist“-Zeugnis des IIW. Der Lehrgang gliedert sich laut SLV München in Teil 0 (Allgemeine Technische Grundlagen), Teil 1 (Fachkundliche Grundlagen), Teil 2 (Praktische Grundlagen) und Teil 3 (Hauptlehrgang) – zusammen 305 Unterrichtseinheiten.
ISO 14731 selbst nennt keinen Abschluss. Die Norm legt fest, dass die Schweißaufsicht allein in der Verantwortung des Herstellers liegt (Abschnitt 4.2), dass er mindestens eine verantwortliche Person bestellt und für jede Schweißaufsichtsperson eine Stellenbeschreibung mit Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Befugnissen erstellt (Abschnitt 5.1). Sie unterscheidet drei Kompetenzniveaus – umfassend, spezifisch und Basis (Abschnitt 6.2). Erst die Richtlinie DVS 0711 ordnet diesen Niveaus Abschlüsse zu: Schweißfachingenieur, Schweißtechniker und Schweißfachmann.
Für EXC1 verlangt EN 1090-2 kein Niveau nach ISO 14731, sondern eine ausreichende Überwachung nach EN ISO 3834-4 (Abschnitt 7.4.3, Stand 2018; Details: Schweißaufsicht je Ausführungsklasse). Bei hochfesten Stählen (HSS) muss das Schweiß-Qualitätsmanagementsystem seit der Änderung A1:2024 EN ISO 3834-2 entsprechen (Abschnitt 7.1). Ab EXC2 sagt für Baustähle Tabelle 14, wo das Basisniveau genügt: nur in EXC2 bei Stählen S235 bis S355 und Blechdicken bis 25 mm (Fuß- und Stirnplatten bis 50 mm). Bei dickeren Blechen, höherfesten Stählen, EXC3 und EXC4 verlangt die Tabelle das spezifische oder umfassende Niveau. Welche Stufe ein Bauteil braucht, zeigt der EXC-Navigator für die Ausführungsklasse.
Für die Kosten gibt es keine einheitliche Liste. Der Wegweiser zeigt deshalb zwei veröffentlichte Beispiele mit Link und Abrufdatum: die Einzelposten der GSI mbH, Niederlassung SLV München und das Lehrgangsblatt der Handwerkskammer Cottbus (mit der Schweißtechnischen Lehranstalt der HWK Dresden). Zur Förderung nennt er die Ansprechpartner (Arbeitsagentur, Amt für Ausbildungsförderung) – ob ein Lehrgang förderfähig ist, entscheiden diese Stellen.
Nach dem Abschluss ist der Weg nicht zu Ende: Erst die Bestellung durch den Betrieb macht aus dem Zeugnis eine Schweißaufsicht. Ein passendes Muster dafür ist die Muster-Bestellungsurkunde für die Schweißaufsicht; die Aufgaben im Einzelnen erklärt der Artikel ISO 14731 – Aufgaben und Bestellung der Schweißaufsicht.
Häufige Fragen
Welche Voraussetzungen gelten für den Schweißfachmann-Lehrgang?
Die Voraussetzungen legt der Lehrgangsanbieter nach Richtlinie DVS-IIW 1170 fest. Bei der SLV München beginnen Facharbeiter und Gesellen der Metallverarbeitung mit mindestens dreijähriger schweißtechnischer Praxis ab Teil 0 (Mindestalter 22 Jahre); Meister (Mindestalter 20 Jahre), Techniker und Ingenieure steigen ab Teil 1 ein. Den eigenen Einstieg vor der Anmeldung beim Anbieter bestätigen lassen.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Schweißfachmann?
Laut SLV München umfassen die Teile 0 bis 3 zusammen 305 Unterrichtseinheiten plus Zwischen- und Abschlussprüfungen; die Teile können getrennt besucht werden, der Gesamtlehrgang muss innerhalb von 6 Jahren abgeschlossen sein. Die HWK Cottbus nennt für ihren Vollzeitlehrgang 336 Unterrichtseinheiten.
Was kostet der Schweißfachmann?
Zwei veröffentlichte Beispiele (abgerufen 04.10.2026): SLV München ab Teil 0 in Summe 7.390,00 € (Einzelposten laut Flyer, „ohne Gewähr“), HWK Cottbus Vollzeit 5.560,80 € inklusive Prüfgebühr (Preis bei mindestens 8 Teilnehmern). Zur Umsatzsteuer enthalten die beiden Unterlagen keinen Vermerk (die GSI-Übersicht der SLV Hannover nennt ihre Preise mehrwertsteuerfrei). Aktuelles Angebot beim Anbieter einholen.
Darf ein Schweißfachmann die Schweißaufsicht übernehmen?
ISO 14731 verlangt keinen bestimmten Abschluss, sondern ein zur Aufgabe passendes Kompetenzniveau; die Richtlinie DVS 0711 nennt den Schweißfachmann als Beispiel für das Basisniveau. In EXC1 verlangt EN 1090-2 kein Niveau nach ISO 14731, sondern eine ausreichende Überwachung nach EN ISO 3834-4 (Abschnitt 7.4.3, Stand 2018). Bei hochfesten Stählen (HSS) muss das Schweiß-Qualitätsmanagementsystem seit der Änderung A1:2024 EN ISO 3834-2 entsprechen (Abschnitt 7.1). Für EXC2 bis EXC4 genügt das Basisniveau nach Tabelle 14 (Baustähle) nur in EXC2 für Stähle S235 bis S355 bis 25 mm Blechdicke (Fuß- und Stirnplatten bis 50 mm); sonst verlangt die Tabelle das spezifische oder umfassende Niveau. Bestellt wird die Schweißaufsicht immer vom Hersteller selbst.